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Feature Post.

The Slave Market and the Theatre of European Anxiety

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Author Brian Hawkeswood.                                                                                                   Nach unten scrollen für die deutsche Übersetzung https://artelbestudio.blogspot.com/2025/04/orientalist-beautiful-form-of-realism.html When Jean-Léon Gérôme exhibited The Slave Market in 1871, Europe was not an innocent observer of slavery. The Atlantic system had only recently been dismantled in parts of the Western world; Brazil would abolish slavery in 1888. European empires were expanding across Africa and the Middle East. Racial hierarchies were being codified in pseudo-scientific language. Anthropology, colonial administration, and academic painting shared an overlapping visual culture.         ...

At the Threshold of the Gods — Kovalam

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  Author - Brian Hawkeswood                                                       Nach unten scrollen für die deutsche Übersetzung Outside the Kovalam Avaduthura Sree Parkulum Shiva Temple, I paused at the threshold… “What is that?” I asked an Indian man walking towards me. “A temple,” he replied, without slowing. “No — I mean that,” I said, pointing to the creature rearing beside the entrance, its mouth frozen open in a permanent cry, its body twisted into something at once animal, heraldic, and theatrical. “It’s a horse,” he said, now smiling, and walked on. Of course it was a horse — though not a horse as Europe would have known one, nor as nature ever shaped it. This was a horse refashioned by belief, by centuries of repetition, by the necessity that gods require guardians, and that guardians must look capable of terror. Its anatomy had be...

The Importance of Writers-Die Bedeutung von Schriftstellern.

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  Author -Brian Hawkeswood.                                                                               Scroll Down For English Version. Die Beziehung zwischen bildender Kunst und den Schriftstellern, die sie interpretieren—Kunsthistoriker, Kritiker, Philosophen und Kulturkommentatoren—ist zutiefst symbiotisch. Während die Schaffung eines Gemäldes, einer Skulptur oder eines architektonischen Werks ein Akt visueller Kreativität ist, hängt die Rezeption, Interpretation und der dauerhafte Ruhm dieser Werke oft von der sprachlichen Vermittlung ab. Worte beschreiben Kunst nicht nur; sie kontextualisieren, theoretisieren und kanonisieren sie mitunter sogar. Historisch hat die Verbreitung von bildender Kunst durch schriftliche Texte deren Rezeption und Status entscheidend beeinflusst. Giorgio Va...

John Ruskin: Seeing as a Moral Act

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  Author - Brian Hawkeswood                                Scroll Down for English Version. John Ruskin: Sehen als moralischer Akt John Ruskins Größe liegt nicht allein in seiner Sensibilität für Kunst, sondern in der außergewöhnlichen Tiefe, mit der er das Sehen selbst als eine ethische Handlung verstand. Kein anderer Autor der Romantik — weder Coleridge noch Hazlitt, nicht einmal Carlyle — verfolgte die Kunst mit einer derart kompromisslosen Verbindung von Wahrnehmung, Philosophie, Theologie und sozialem Gewissen. Für Ruskin war Kunst niemals bloßer Schmuck der Zivilisation; sie war ihr empfindlichstes Diagnoseinstrument. J. M. W. Turner. "The Fighting Temeraire tugged to her last berth to be broken up". 1838, oil on canvas, National Gallery, London More details Was Ruskin von Beginn an unterscheidet, ist seine Weigerung, Kunst als autonomes Feld zu betrachten. Ein Gemälde, ein Gebäude, ja selbst ...

On Rooms, Time, and the European Temperament

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  Author-Brian Hawkeswood.                                                                               Scroll Down for English Version. Über Räume, Zeit und das europäische Temperament Seit nunmehr neun Jahren lebe ich in Deutschland – lange genug, dass das Neue seinen Reiz verloren hat und sich Irritation und Faszination zu etwas Dauerhafterem verdichtet haben. Europa ist für mich kein Reiseziel mehr, sondern ein Lebensraum, den ich von innen her beobachte. Ich bin geblieben, habe geschaut, zugehört, gezögert, und ich stelle mir bis heute dieselbe Frage: warum? Tag für Tag sehe ich den Europäern zu – wie sie sich durch Straßen bewegen, wie sie in Cafés sitzen, oft schweigend, wie sie Regeln befolgen, die mir als Australier häufig schwer, unnötig oder schlicht unvernünftig erscheinen – u...